Dispositionskredit (Dispokredit)

Dispositionskredit (Dispokredit)

Ein Dispositionskredit wird direkt auf einem Zahlungsverkehrskonto eingerichtet und steht dem Kontoinhaber danach jederzeit zur Verfügung. Der Dispokredit ist die flexibelste aller Finanzierungsformen. Auf den Kreditrahmen kann aus der laufenden Kontoführung heraus zugegriffen werden. Die Nutzung für Überweisungen und Lastschriften ist genauso möglich wie eine Inanspruchnahme per Barverfügung.

Der Dispokredit ist deshalb optimal zur Überbrückung kurzfristiger Engpässe geeignet. Der Vorteil liegt hier darin, dass bei fehlendem Guthaben keine umständlichen Umbuchungen erforderlich sind und 24/7 liquide Mittel zur Verfügung stehen. Diese Flexibilität müssen Kreditnehmer bei vielen Banken allerdings recht teuer bezahlen. Gemessen am Marktdurchschnitt ist der Dispokredit eine der teuersten Finanzierungsmöglichkeiten.

Das gilt allerdings nicht pauschal. Auch bei den Konditionen von Dispokrediten finden sich sehr große Unterschiede zwischen den zahlreichen Anbietern am Markt. Zwischen 6 und ca. 16 Prozent ist alles möglich. Sofern der Dispo regelmäßig genutzt wird, sollte die Höhe des Sollzinssatzes bei der Wahl eines Girokontos besonders stark gewichtet werden. Oft kann mit der Bank sogar über den Zinssatz verhandelt werden. Das gilt besonders bei Filialbanken. Erforderlich ist dafür allerdings eine gute Bonität.

Eine positive Zahlungshistorie allein reicht zur Einräumung eines Dispokredits nicht aus. Da keine fixe Tilgung vorgeschrieben ist, wird der Dispo mit den laufenden Geldeingängen des Kontos verrechnet. Deshalb bemessen Banken die Höhe des Kreditrahmens an den regelmäßigen Geldeingängen. In der Regel wird das bis zu Dreifache eines Monatsnettoeinkommens zur Verfügung gestellt.

Wird das Girokonto gewechselt und der Dispo ohne Unterbrechung weiter benötigt, sollte dies mit der neuen Bank abgesprochen werden. Viele Banken richten standardmäßig erst nach 3 Monaten einen Dispokredit ein.

Zinsen fallen nur für tatsächlich in Anspruch genommene Beträge an und werden tagesgenau abgerechnet. Die Abrechnung der Zinsen erfolgt mit dem Kontoabschluss. Dieser findet bei den meisten Banken vierteljährlich statt.

Der Dispositionskredit eignet sich wegen der vergleichsweise hohen Zinsen nicht für langfristige Finanzierungen bzw. größere Anschaffungen. Er sollte nur im Rahmen der üblichen mehr oder minder regelmäßigen Ausgaben genutzt werden. Sofern das Konto dauerhaft überzogen ist und ein Ausgleich aus dem laufenden Einkommen auf Sicht nicht möglich erscheint, sollte die Umschuldung in einen Raten- oder Rahmenkredit in Betracht gezogen werden.





<< Zurück zur Startseite kreditanbieter.org